Karin Deinbeck
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Regionalgeld – wir leben es im Zallis!

Im Prinzip ist Regionalgeld eine ganz einfache Sache. So könnte es gehen: Sie tauschen Euro im Verhältnis von eins zu eins gegen Regio. Mit diesem Regio können Sie nun einkaufen gehen. Allerdings nur in Ihrer Region und nur in Geschäften, die ihren Regio auch annehmen.

Das Ergebnis ist eindeutig und positiv: Das Geld zirkuliert schneller. Regionale Wirtschaftskreisläufe werden gestärkt. Es entstehen neue soziale Beziehungen zwischen Konsumenten und Wirtschaft.

Es gibt inzwischen zahlreiche Initiativen für regionales Geld. Im deutschsprachigen Raum zirkulieren ca. 25 Regionalgelder. Etwa 30-50 weitere planen die Herausgabe.
Die interessanteste Region für eurogedeckte Regios scheint der südostbayerische Raum zu sein. Mit dem „Chiemgauer“ (Regiogeld für die Landkreise Rosenheim und Traunstein mit ca. 600.000 Umlauf – s. www.chiemgauer.info) und dem „Sterntaler“ (Regiogeld für den Landkreis Berchtesgadener Land mit ca. 75.000 Umlauf – s. www.regiostar.com). Chiemgauer und Sterntaler grenzen nicht nur aneinander, sondern haben eine gemeinsame Rechenzentrale und sind sogar kompatibel. D.h. zusammen über 800 Unternehmen und ca. 3.000 Verbraucher. Die Abwicklung erfolgt unbar mittels Regiocard und einer Kontenlösung über heimische Banken.

Aufgrund kommunaler Unterstützung/Einbindung sind zwei weitere Regios zu beachten:

  1. die „Langenegger Talente“ aus Vorarlberg (www.talentiert.at). Dies ist eine Dorfwährung, die eine Genossenschaft im Mai 2008 in Kooperation mit der Gemeinde in Umlauf brachte. Die Dorfwährung wurde nach einstimmigem Gemeindebeschluss eingeführt, um den damals neuen Dorfladen und die Betriebe im Dorf maximal zu unterstützen und die Einwohner zu motivieren, vermehrt im Dorfladen einzukaufen. 2010 hat die Gemeinde Langenegg mit ihrem Engagement den europäischen Dorferneuerungspreis gewonnen.
  2. der „Luxemburger Beki“ (www.beki.lu), der zum 1.1.2013 erfolgreich im Kanton Redingen startete. Besonderheit beim Beki: Bürgermeister und Mitinitiator Camille Gira konnte über EU-Gelder die Co-Finanzierung einer Halbtagsstelle zum Aufbau des Beki sichern und holte sich Starthilfe aus dem Berchtesgadener Land.

„Wir setzen auf regionale Selbstständigkeit anstatt auf globale Abhängigkeit.“

Regionalgelder wollen den Euro nicht ersetzen, sondern ihn dort ergänzen, wo er seine Schwächen hat. Globale Währungen wie der Euro fließen durch den „eingebauten“ Wachstums- und Renditezwang zumeist sehr schnell aus der Region ab. Denn mehr Rendite wird in den Zentren und nicht in den Regionen gemacht. Das gilt national und international. Weltweit fließt ein Großteil des mobilen, anlagebereiten Geldes in die prosperierenden Länder wie z.B. China, Indien und Brasilien.

Der Regio hingegen ist ein reines Tauschmittel, das in der Region verbleibt. „Eingesperrter Euro!“ Ziel des Regio ist die Förderung der regionalen Wirtschaft im Sinne der lokalen Agenda 21, also aktive Einbindung der Bevölkerung, Stärkung regionaler Identität, Verbesserung der Lebensqualität und des Dienstleistungsangebotes, Förderung sozialer Bezüge, Verbesserung der regionalen Wertschöpfung und regionaler Einkommen, kurze Wege, sowie Schließung regionaler Stoffkreisläufe.

Zielgruppe sind inhabergeführte Unternehmen, d. h. zumeist kleinere und kleinste Betriebe, welche durch die zunehmende Globalisierung immer mehr zu den Verlierern zählen. Denn diese führt zu einem Ausbluten der Innenstädte und Wegbrechen von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Gleichzeitig ist der Regio für regional orientierte Verbraucher da, die bereit sind, ihr eigenes Einkaufsverhalten zu hinterfragen, zumindest teilweise zu verändern, dies vorzuleben und damit weiterzugeben.

Der Regio baut ein Netzwerk zwischen Unternehmern und Verbrauchern auf. Idealerweise wird die Anbieterdichte und das Angebot wie bei Chiemgauer & Sterntaler sukzessive zunehmen: von der Apotheke bis zum Steuerberater, vom Waren-Lagerhaus bis zum kleinen Laden an der Ecke.

„Der Regio ist für regional orientierte Verbraucher da, die bereit sind, ihr eigenes Einkaufsverhalten zu hinterfragen und zumindest teilweise zu verändern.“

Letztendlich entscheidet der Verbraucher mit seinem Einkaufsverhalten darüber, wie es in Zukunft mit unserer Nahversorgung und vor allem auch den Arbeits- und Ausbildungsplätzen aussehen wird. Der Regio ist dabei ein ideales und einfaches Mittel, wie jeder Bürger dafür etwas tun kann!

„Mit Euros kann man doch genau so einkaufen und die regionale Wirtschaft genau so unterstützen?“ - das ist ein häufiger Einwand gegen Regionalgeld. In der Praxis stimmt er allerdings nicht. Regionales Geld führt tatsächlich dazu, dass mehr Produkte aus der Region und in der Region eingekauft werden. Das ist mittlerweile auch wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen.
Warum ist das so? Der große Unterschied zum Euro ist, dass jeder einzelne mit dem Regio auch das Einkaufsverhalten des Nächsten mitbestimmen kann. Er kann mit dem Regio den Auftrag weitergeben, die Region zu schützen und zu fördern. Denn wenn ein Unternehmer den Regio zurücktauschen will, so hat er Verlust. Solange er ihn aber weitergibt, behält er immer den Wert von eins zu eins zum Euro. Dies führt dazu, dass sich automatisch regionale Wirtschaftskreisläufe bilden, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte.

Studien sagen, dass ein Haushalt gegenwärtig rund 30 Prozent seines Budgets im engen regionalen Bereich ausgeben könnte. Dies ist von vielen Angebotsfaktoren abhängig. Wie auch immer, es gibt ein gewaltiges zusätzliches Potenzial für regionale Wirtschaftskreisläufe. Dieses Potenzial kann durch Regionalgeld angeregt und verstärkt werden.

Der Regio ist also nicht generell gegen Globalisierung. Er zeigt aber deutlich auf, dass ein ausschließliches Zielen auf kurzfristige Gewinne und den billigsten Preis langfristig fatale Folgen haben kann. Nämlich dann, wenn es um den Erhalt der Nahversorgung, um Ausbildungs- und Arbeitsplätze und um die Situation der kommunalen Finanzen geht.

Franz Galler aus der bayerischen Gemeinde Ainring ist der Initiator des Regiogeldes „Sterntaler“, Vorstand des Regiogeld-Vereins STAR eV und Gründungsvorstand der Sozialgenossenschaft RegioSTAR eG. Mit Geld hat er auch beruflich zu tun. Der gelernte Bankkaufmann war über 25 Jahre im Bankwesen tätig und ist seit 10 Jahren selbständiger Vermögensberater. Als Lehrbeauftragter für Regionalentwicklungsthemen ist er an der Hochschule München und der Freien Universität in Bozen tätig. Zusammen mit seiner Frau Karin Deinbeck führt er seit Anfang 2012 das Zallis Naturkost Café -www.zallis.de - und lebt dort seine Regiogeld-Idee: über 60.000 Regios wurden beim Umbau investiert und Monat für Monat belaufen sich die Regio-Einnahmen auf über ein Drittel des Monats-Umsatzes. Tendenz steigend und bei 100 % Akzeptanz! Und … das Zallis hat noch nie Regiogeld zurückgetauscht, sondern über Lieferanten & Geschäftspartner seinen eigenen Kreislauf geschaffen.

Informationsquellen:
www.nachhaltige-region.de - www.regiogeld.de - www.unterguggenberger.org
Das Geld der Zukunft. Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternative hierzu. Bernard A. Lietaer, Riemann 2002, München
Regionalwährungen. Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand. Margrit Kennedy und Bernard A. Lietaer, München, Riemann 2004
3-Schalen-Modell Franz Galler auf youtube (6.43 min)
Visionär Franz Galler, Bayr. Fernsehen Unser Land (7.29 min)

„Ich möchte Dir von hier aus noch mal herzlich danken. Von allen Seiten habe ich nur Positives gehört. Deine Kompetenz, Dein Engagement, Deine Überzeugungskraft haben uns ein gutes Stück weiter gebracht auf dem Weg zur Einführung unseres "Beki".“
Camille Gira, Bürgermeister in Bekerich und Mitglied der Luxemburger Abgeordnetenkammer

Regionalgeld – wir leben es im Zallis

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